· 

Periodenslips - die nachhaltige Alternative im Test

Credit: Charles Deluvio/Unsplash

Mit 13 setzte sie ein: die Regelblutung. Schon in den letzten Monaten war das Thema immer größer geworden unter uns Mädchen. Aber psst, psst. Öffentlich vor Jungs oder Erwachsenen wurde selbstverständlich nicht darüber geredet! Die erste, die ihre Regel bekam, war Jessica, fortan eins der cooleren Mädchen. Eine, die sich jetzt immer eine kleine Binde in die Tasche steckte, falls es mal unerwartet losgehen sollte. Bestimmt von Carefree, die ultimative Marke der 90er, bevor Always ihren Siegeszug ansetzen. Tampons konnte sich noch keine von uns vorstellen. Nicht mal den mini-mini-Mini.

 

Weltschmerz und im Alltag funktionieren müssen

Meine Regel kam jedenfalls mit voller Wucht, von Beginn an leider auch mit großen Schmerzen und noch größerem Weltschmerz. Ich gehörte ehrlich gesagt noch nie zu den heroischen Menschen, die tapfer ihren Schmerz weglächeln. Geht’s mir nicht gut, geht’s mir nicht gut! Bis heute kann ich nicht verstehen, wie Frauen, die unter starken Regelschmerzen leiden, ihren Alltag ganz normal bewältigen sollen. Wieso gibt es in dem Fall nicht eine vom Arbeitgeber völlig akzeptierte Freistellung? Ich möchte einfach mal mutmaßen, hätten Männer diese Schmerzen monatlich, die Freistellung wäre im Arbeitsrecht verankert. Petition, anyone?

 

Binden, Tampons, Müll

Ich nutze also zunächst die einfache Variante Binden. Mich schüttelt es heute bei dem Gedanken an diese dicken, vollgesogenen Plastikbinden zwischen den Beinen. Das ist so unschön! Und das entsorgen erst, vor allem unterwegs oder in der Schule, hochnotpeinlich. Schon früh habe ich registriert, dass das ganz schön viel Abfall ist, der da Monat für Monat in den Müll wanderte. Wenn ich mal grob überschlage, dass das ungefähre Eintrittsalter zur Periode bei einem Mädchen zwischen 13 und 14 Jahren liegt, und sie ungefähr bis zum 49. Lebensjahr mehr oder weniger regelmäßig ihre Monatsblutung hat, sind das ungefähr 426 Perioden. Überschlagen sind das 1700 Binden oder Tampons

 

Allein, es bleibt nicht beim Produkt. Jeder Tampon und die meisten Binden sind einzeln verpackt, hinzu kommt die Umverpackung. Müll, Müll, Müll. Laut diesem Video landen ca. 7 Milliarden Tampons jährlich auf Mülldeponien. Ein teurer Spaß: Durchschnittlich bezahlt eine Frau um die 15.000€ für ihre Periodenartikel, so die HuffPost, der Spiegel rechnet sehr konservativ mit 1.000€ (Spoiler: der Spiegel rechnet die Extras wie Schmerzmittel, Süßigkeiten oder neuen Slips nicht mit).

Periodenslips – können die was?

Gegen die Regelblutung kann ich ja nichts machen. Aber die Produkte kann ich tauschen! Der Periodenslip-Hersteller Pourprées hat mich gefragt, ob ich ihren Slip testen möchte. Naturellement! Denn die Menstruationstasse ist nicht meins. Es ist wunderbar, wenn Frauen die Tasse nutzen, mich haben auf Anhieb Periodenslips interessiert.

 

Pourprées bietet ihren Periodenslip in den Größen 30 bis 56 an. Es ist der französischen Firma um die Gründerinnen Iris und Agathe besonders wichtig, jedes Körpermodell zu bedienen. Egal ob kurvig, schlank, groß oder klein. Jede Frau hat auch in der Regel ein Recht auf Schönheit. Mein Slip stammt aus der Kollektion Cattleya, ein schöner Highwaist-Slip mit Spitzeneinsatz an den Seiten. Die Technik hinter der Idee: Der Slip hat drei Schichten. Die erste absorbiert die Flüssigkeit und hinterlässt ein trockenes Tragegefühl. Die zweite Schicht saugt das Blut wiederum auf und verhindert somit Geruchsbildung. Die dritte Schicht ist feuchtigkeitsundurchlässig. Somit wird das Durchlaufen verhindert. Die Slips werden in Frankreich hergestellt und sind aus GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle. Die Verpackungen sind aus recyceltem Material und alle Beteiligten Menschen in der Produktionskette werden fair entlohnt. Der Slip sollte dir vier Jahre Freude bereiten.

 

Zunächst wäschst du deinen Slip unter kaltem Wasser aus und lässt ihn gut trocknen. Mein Slip war etwas eng, obwohl ich schon die 42 gewählt hatte. Ich hoffe, er gibt noch etwas nach. Ansonsten war die Passform gut. Der Tragekomfort auch, denn nach ein paar Minuten habe ich ihn so gut wie nicht mehr gespürt. Was mir wichtig ist: der Spitzeneinsatz kratzte nicht. Das ist bei meiner gestressten Haut wichtig. Ich habe eigentlich gar nichts von meiner Regel bemerkt, der Slip war durchgehend trocken und den Abfluss konnte man gar nicht spüren. Es gab weder Feuchtigkeit, noch Geruch. So angenehm! Abends wusch ich den Slip wieder kalt aus und steckte ihn danach ohne Weichspüler bei 30 Grad in die Waschmaschine. So war er schon am nächsten Tag wieder einsatzbereit. Um durchgehend die Slips zu tragen, würde ich drei Slips empfehlen zu kaufen.

 

Ich kann den Periodenslip uneingeschränkt empfehlen. Ich empfand den Slip als deutlich angenehmer, als Tampons zu tragen. Mir gefällt diese Art der Hygiene für die Tage. Gerade für unterwegs. Wenn du die Slips ausprobieren möchtest, mit dem Code junieundich2020 musst du bei deiner Bestellung keine Versandkosten tragen.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Johanna (Dienstag, 17 März 2020 10:27)

    Unglaublich, wie tabuisiert dieses Thema noch immer ist..super Artikel :)

  • #2

    Gabi (Dienstag, 17 März 2020 14:13)

    Das klingt spannend!