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Die (Selbst-)Liebe in Zeiten von Corona. Was du bei Angst tun kannst.

Credit: Bram./Unsplash

 

Angst ist ein Grundgefühl, das sich in als bedrohlich empfundenen Situationen als Besorgnis und unlustbetonte Erregung äußert. Auslöser können dabei erwartete Bedrohungen, etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des Selbstbildes sein.                                                                                                                                                                                  Wikipedia

 

Angst wollen wir nicht. Wenn das Herz klopft, uns schwindelig wird oder der Schweiß ausbricht, dann sind das die typischen Symptome von Stressreaktionen im Körper. Oft entsteht Angst, bevor wir bewusst wahrgenommen haben, was uns ängstigt. Das Hirn meldet einen Alarm und der Körper reagiert. Es gibt konkrete Angstauslöser – etwa nachts in dunklen Straßen – und diffuse Ängste. Wie jetzt, zur wohl größten Krise der Nachkriegszeit. Corona, Covid-19, macht uns Angst. Dabei macht uns vor allem unsere Hilfslosigkeit Angst. Da wir keine konkreten Informationen haben und sich mögliche Szenarien der Pandemie oder die Schwere der Rezession nicht ableiten lassen, bekommen wir Zukunftsangst.

 

Angst ist unangenehm. Dabei ist Angst eigentlich unser Beschützer. Angst weist uns auf eine nicht bekannte Situation hin. Und wenn wir die Angst an die Hand nehmen, lebt es sich besser mit ihr. Mit der Angst leben, statt sie verdrängen zu wollen.

 

Deshalb habe ich hier einige Tipps zusammengestellt, die dir mit Selbstfürsorge und Selbstliebe helfen können, in dieser Zeit leichter durchs Leben zu gehen.

Credit: Noémi Macavei-Katócz / Unsplash

Aufschreiben und Ent-katastrophisieren

Setz dich hin und schreib auf, was dir Sorge bereitet. Jobverlust, Existenzsorgen, Angst vor Ansteckung oder um Freunde – wenn du beginnst, aufzuschreiben, wird dir vieles klarer. Du kannst sowohl das Katastrophen-Szenario einmal skizzieren, genauso wie die positive Wendung. Dabei lernst du, was passieren würde, wenn der schlimmste Fall eintritt und wie schön es sein kann, wenn sich alles wieder zum Guten wendet. Du kannst dir auch ein Visionboard basteln. Zeichne, klebe oder gestalte dein Leben nach der Krise. Wie schaut das aus? Hast du vielleicht jetzt Ideen, die du dann unbedingt umsetzen möchtest? Wie eine lang ersehnte Reise, ein Ehrenamt oder eine Weiterbildung?

 

Tanzen und Bewegung

Angst will Bewegung. Nicht umsonst werden wir oft unruhig, zittern und haben das Bedürfnis (weg) zu laufen. Das Adrenalin und Cortisol wollen abgebaut werden! Klar, auch HIIT–Workouts auf Youtube funktionieren fantastisch oder auch jeder andere Sport, den du gerade Zuhause absolvieren kannst. Ich aber liebe die Aktion United We Stream, die von ARTE Concert und radioeins gegründete, großartige Streaming-Plattform, auf der in regelmäßigen Abständen diverse DJ*ane-Sets zu sehen sind. Dance like nobody is watching!

Reminiszenz

Hilft mir enorm in miesen Zeiten: Ich höre meine liebsten Tracks aus den 80ern oder 90ern, blättere in alten Tagebüchern und Briefen oder schaue Serien der Kindheit an. Wendy Hörspiele, Beverly Hills 90210 oder die Charts von 1991 sind für mich probate Mittel, um meine Laune schnell wieder nach oben zu bekommen. Probiere das aus! Bilder von schönen Erlebnissen oder Urlauben gehören genauso dazu wie alte Schulfreunde mal wieder zu kontaktieren. Facebook könnte ein Revival erleben.

 

Lebensmittel

Bestimmte Lebensmittel können dir helfen, deinen Cortisolspiegel zu verringern. Cortisol ist unser Stresshormon, das uns in den Flight-Fight-Freeze Modus versetzt. Vollkornprodukte, Mandeln, schwarze Schokolade, beruhigende Kräutertees wie Kamille oder Lavendel und Wasser können dir hier von Nutzen sein. Etwaige Unverträglichkeiten sind natürlich ausgenommen. Achte auf eine magnesiumreiche Ernährung und auf deine B-Vitamine.

 

Meditation und Atemübungen

Gerade in Stresssituation fällt es vielen Menschen schwer, sich lange hinzusetzen und für sich zu sein. Dabei „darfst“ du so viel und so kurz meditieren wie für dich gut ist! Wenn dir 5 Minuten reichen, um dich für einen Augenblick mal runter zu kriegen, ist das super! Auch eine Minute sind großartig, wenn du dabei auf deinen Atem achtest und somit ein bisschen zur Ruhe kommen kannst. Zähle deinen Atem. Atme ein: eins. Atme aus: zwei. Atme ein: eins. Atme aus: zwei. Schweifen deine Gedanken ab, komm zurück zum Atem. Wenn du eine Anleitung brauchst, um dich besser zu konzentrieren, findest du viele Meditationen und Atemübungen auf YouTube Kanälen wie bei Mady Morrison.


Maren Ellssel / Credit: Frank Ehlers

Yoga

Yoga vereint letztlich all die oben beschriebenen Maßnahmen. Im Yoga achtest du auf eine ausgewogene Bewegung und einen ausgeglichenen Geist. Yoga ist prädestiniert dazu, dir bei Angst und Panik akut helfen zu können. Die Hamburger Yoga-Lehrerin und Life-Coach Maren Ellssel beschäftigt sich intensiv mit Yoga und unseren Chakren. Als freie Lehrerin unterrichtet sie zum Beispiel im Aspria, bei Hanse Yoga und im Sommer auf dem Stadtparksee, auf dem SUP-Board. Sie hat dir hier sieben Tipps zu Chakren und Yoga-Asanas (Achte auf die Verlinkung) zusammenstellt, die dir jetzt helfen können.

 

7 Tipps und Übungen, wie dir Yoga und Chakra Healing in Zeiten von Angst und Panik hilft

 

1. Vertrauen (Muladhara Chakra):  Vertrauen ist die Basis für die Sicherung unserer Existenz und der inneren Ruhe. Wir müssen uns selbst und anderen Vertrauen, um überleben zu können. Um dieses Chakra in Balance zu bringen, praktizierst du an den besten kraftvollen, erdenden Übungen. Hier eignen sich das Brett, der herabschauende Hund als auch der Baum. Mein Tipp: erde dich gut über deine Füße und Hände bei Brett und Hund, atme durch die Füße ein, dann durch deinen ganzen Körper und über die Hände wieder aus. Im Baum lässt du imaginär Wurzeln aus deinen Füßen herauswachsen.

2. Lebensfreude (Svadhisthana Chakra): Um Freude zu spüren, dürfen wir uns selbst anerkennen, unsere Stärken und Schwächen, unsere Vorlieben und Abneigungen. Dieses Chakra wird geöffnet mit beckenöffnenden Übungen, wie die sitzende Grätsche, als auch mit leichten Flows, bei denen du einen Atemzug pro Bewegung praktizierst. Let ist flow - das Leben darf leicht sein.

3. Energie (Manipura Chakra): Wenn wir uns nun völlig sicher fühlen und im Vertrauen sind, zudem wissen, wer wir sind und für was wir stehen, dürfen wir dies auch spüren und das innere Feuer unserer Leidenschaft entfachen. Dieses Chakra steht für Durchhaltevermögen und Willensstärke. Angefeuert wird es durch Twists und schnelle Flows mit noch mehr Twists.

4. Liebe (Anahata Chakra): Das Herz steht für Liebe und Mitgefühl. Achtung, kein Mitleid, denn das kostet Energie und bringt weder uns noch unser Gegenüber aus dem Tief heraus. Es steht für bedingungslose Liebe und wird erhellt durch herzöffnende Bewegungen, wie den heraufschauenden Hund. Atme in dein Herz ein! Feel and spread Love.

5. Ausdruck (Vishudda Chakra): Oft haben wir Angst, unsere Meinung zu sagen oder schreien vorschnell etwas heraus, weil wir denken, dass wir sonst nicht gehört werden. Häufige Missverständnisse oder Interpretationen sind Anzeichen für ein blockiertes Halschakra und darf durch gesungene Mantren oder Silben wieder in Balance gebracht werden. Passende Yogaübungen sind die Halswirbelsäule beugende und streckende Asanas wie der Pflug oder der Fisch. Achtung, Diese Asanas sind bei Vorbelastungen, Nackenbeschwerden oder Bluthochdruck ggf. nicht günstig.

6. Intuition (Ajna Chakra): Lerne wieder, auf deinen Körper zu hören. Was sagt er dir und aus welchem Grund. Ist es Angst oder Freude und innere Gewissheit? Trainiere diese Qualität und reinige dieses Chakra, indem du dir bewusst machst, von welchen Glaubenssätzen du dich leiten lässt und was dich bislang daran gehindert hat, die Entscheidungen zu treffen, die du treffen wolltest. Achtung, einige dieser Informationen sind tief in deinem Unterbewusstsein gespeichert und sehr gut versteckt.

7. Verbundenheit (Sahasrara Chakra): Meditiere und verbinde dich mit dir selbst. Am besten beginnst du in einem gemütlichen Sitz und konzentrierst dich vollkommen auf deine Atmung. Beginne, dich zu spüren, und alle Gedanken loszulassen. Spüre dich, und nur dich! Wenn du vollkommen erfüllt bist und deine Chakren mit all ihren Qualitäten in Balance gebracht hast, darfst du diese Fülle mit aller Liebe nach Außen strahlen lassen, dich mit allem Sein verbinden.

 

Hast Du Angst? Bist du besorgt? Schreib mir in den Kommentaren oder eine Nachricht!

Und ganz wichtig zum Schluss: wenn dich deine Ängste drohen zu überrennnen, wende dich an die Telefonseelsorge! Du erreichst sie bundesweit unter der Nummer 0800/111 0 111. Mehr Infos auf der Website.

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Kommentare: 1
  • #1

    Anni (Samstag, 21 März 2020 11:51)

    Danke für den tollen Beitrag ! Die Übungen probiere ich direkt aus! �‍♀️