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Nachhaltig leben - für Einsteiger

Credit: Pavel Czerwinski / Unsplash

Ein nachhaltiges Leben zu führen kann zugegeben anstrengend anmuten. Ich finde – kleine Schritte haben schon eine große Wirkung. Wie man relativ einfach ein bisschen grüner leben kann und sich mit kleinen Schritten dem großen Ziel nähert, zeige ich dir gerne regelmäßig hier. Heute stelle ich dir erstmal vier ganz einfache Tricks und Tipps zum nachhaltigen Haushalt vor. Wichtigster Tipp: Schalt ab! Je mehr Wasser, Strom oder Heizung du sparst, desto besser geht’s der Umwelt und deinem Bankkonto. Meine Oma hat mir da einen scharfen Blick für Verbrauch mitgegeben, sie hat sich täglich ihre Zählerstände notiert und verglichen. Das geht mir natürlich zu weit, aber nachhaltig geprägt hat es mich schon. Ich laufe heute dafür Kind und Mann hinterher und ziehe Stecker und Aufladegeräte aus den Steckdosen, schalte hinter ihnen das Licht aus oder mahne zum Wassersparen. Was noch ganz einfach geht, kommt jetzt:


Credit: Karsten Würth / Unsplash

Easy peasy: Wechsel zu Ökostrom und Strom sparen

Hamburg Energie, Lichtblick, Greenpeace Energie – die Auswahl an Ökostrom-Anbietern ist heute glücklicherweise groß. Ich zahle wirklich wenig Geld für Strom und habe den Wechsel damals nicht mal gemerkt. Ich verbrauche deutlich weniger als der Durchschnittsverbraucher, weil ich ganz einfache Tipps beachte. Beispielsweise koche ich das Wasser für Nudeln, Reis oder Kartoffeln immer vor. Während ein bisschen Wasser im Topf sich schon erhitzt, kocht der Wasserkocher den Rest, das geht superfix und die Nudeln sind zudem schneller fertig. Du kannst auch schon etwas vor der Garzeit den Herd ausmachen und so Energie sparen. Das Wasser ist ja erhitzt genug. Besonders gut finde ich Stromsteckleisten mit einzelnen An/Ausschaltern. Das hat den Vorteil, dass zum Beispiel der Router immerzu Strom aus der Leiste bekommt, du den Fernseher oder andere Geräte aber nur bei Bedarf anschalten kannst. Und statt der stromintensiven Lüftung im Bad kannst du einfach ein paar Schalen mit Salz im Bad verteilen – Salz saugt die Feuchtigkeit auf und verwandelt sich in Wasser.

Credit: Kelly Sikkema / Unsplash

Putzen – Lowwaste und ohne Chemie

Ich mag putzen. Zwar nicht zwischen stressigen Arbeitstagen, aber wenn ich Zeit und Muße habe, dann schon. Erfreulicherweise gibt es auch im regulären Handel schon viele nachhaltige Alternativen dafür. Kupferschwämme sind super in der Küche und gute Helfer gegen Teeflecken in der Spüle. Spülbürsten mit Naturfasern oder Putzschwämme aus nachwachsenden Rohstoffen eignen sich ebenfalls ganz wunderbar. Sogar Haushaltshandschuhe aus Kautschuk gibt’s im Bioladen. Aus ausgemusterten Shirts kannst du dir rechteckige Putzlappen anfertigen. Gibst du diese vorher in ein Einmachglas mit einem Sud aus Wasser, Essig, reinem Alkohol und ein paar Tropfen ätherische Öle, hast du superpraktische Feuchttücher parat, die sich anschließend leicht wieder auswaschen lassen. Putzmittel gibt es mittlerweile auch von nachhaltigen Marken. Und lassen sich von Uromas-Rezept inspiriert auch selber herstellen. Soda, Zitronensäure und Apfelessig, sowie einige Tropfen ätherische Öle ergeben einen schnell gemixtes Universalreiniger. Sogar Spülmaschinentabs kannst du selber herstellen. Lass dich hierzu gerne bei Pinterest inspirieren.

Credit: Juilbert Ebrahimi/Unsplash

Let’s talk about Müll, Baby!

Mülltrennung mag nicht aufregend sein, ist aber nun mal ein Muss für das nachhaltigere Leben. Unser Papier, die unterschiedlichen Wertstoffe wie Plastik, Alufolien oder andere Kunststoffe können wir meist gut im Hausmüll wegsortieren. Oft gibt es auch den getrennten Biomüll, das Angebot sollte man unbedingt wahrnehmen. Wer Platz im Garten oder Terrasse hat, kann sich auch für eine Wurmkiste entscheiden. Das hat meine Familie mir allerdings verboten. Auf dem Weg zum samstäglichen Einkauf kann man ganz einfach sein Glas zum Container bringen. Ein paar Extras muss man aber beachten: Fettige Pizzakartons und Kassenzettel gehören zum Restmüll, nicht in den Papiermüll. Und beim Biomüll gilt: Möglichst nicht die grünen, kompostierbaren Tüten oder gar gewöhnliche Plastiktüten nehmen. Die müssen dann manuell in den Müllsortieranlagen aussortiert werden, das kostet Zeit und Energie. Besser sind extra dafür hergestellte Papiertüten. Für kleinere Mülleimer, wie im Bad, gehen prima die Klopapiertüten. Rollen raus, Tüte zurechtschneiden. Et voila!

Credit: Vanesa Conunaese/Unsplash

Klassiker: Saisonal, regional und ethisch einkaufen

Das ist natürlich das wichtigste Thema überhaupt und vielen bekannt. Es macht ja auch Sinn! Wer möchte im tiefsten Winter wirklich morgens frische Erdbeeren in den eiskalten Joghurt? Genau, das passt eher in den Mai. Saisonal ist also schon naturgemäß eine gute Idee. Dass Lebensmittel durch lange Transportwege viel CO2 verursachen, wissen wir auch. Wichtig aber auch: je länger der Transport, desto eher wird geerntet, das Obst oder Gemüse reift auf dem Transport nach. Und hat dadurch deutlich weniger Nährstoffe, als wenn es vollausgereift geerntet wäre. Und noch etwas spricht für regionalen Anbau. Besonders wenn du nicht im Bioladen kaufen magst oder kannst, unterstützt du unbewusst eine schlimme Erntehelfer-Mafia. Unter schlimmsten Bedingungen werden Menschen zum Beispiel auf Spaniens Erdbeerfeldern zusammengepfercht, arbeiten wahnsinnig viel, für einen Hungerlohn. Frauen werden sexuell missbraucht. Mehr zu den schlimmen Bedingungen findet du hier in einem Beitrag vom Deutschlandfunk.

 

 

 

Du siehst also, um mit einem nachhaltigen Lebensstil zu beginnen, braucht es noch gar nicht so viele Veränderungen. Fang doch einfach erstmal mit diesen Basics an. Und lass mich gern in den Kommentaren wissen, ob du dir bestimmte Bereiche des Lebens wünschst, für die ich nachhaltige Alternativen zusammenstellen kann.

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Kommentare: 1
  • #1

    Kirsche (Mittwoch, 23 September 2020 12:08)

    Sehr richtig, was Du über Müll sagst. Ich persönlich mag ja Müll (man nennt mich auch Oscar ;-)) und beschäftige mich gern damit, was wo rein gehört. Das Thema Kunststoff ist übrigens ziemlich tricky, weil nur bestimmte Materialien wirklich recycelt werden könne, und das kann man mit dem bloßen Auge kaum erkennen. Aber: In case of doubt: Ab in den Gelben Sack!