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Earth Overshoot Day 2020 – was können wir besser machen?

Credit: 2PhotoPots / Unsplash

Once again – heute ist der Earth Overshoot Day 2020, der Tag, an dem wir die Erde mit ihren nachwachsenden Rohstoffen geplündert haben und ab sofort „auf Kredit“ leben.

 

Ich stelle mir manchmal vor, wie es wäre, wenn die Unmengen an Obst und Gemüse, die ich überall, an jeder Ecke verfügbar sehe, einfach nicht mehr wachsen würden. Wenn die Erde so ausgelaugt wäre vom ewigen, toxischen Düngecocktail, sie so von Dürre geplagt und nicht mehr ausreichend genährt wäre, weil wir das komplizierte Konstrukt von Insekten und Vögeln zerstört hätten, dass nichts mehr wachsen würde.

 

Das ist ein gruseliger Gedanke, der mir wirklich Angst einjagt. Ich möchte die Erde ehren, für das was sie tut: sie nährt mich, sie versorgt mich mit Sauerstoff, sie macht mich glücklich mit ihrer unermesslichen Schönheit der Natur.

 

Was können wir also tun um unsere Erde vor uns selbst zu schützen? Reduzieren, reduzieren, reduzieren. Unser Konsum ist der Grund des Klimakollaps. Deshalb stelle ich dir hier ganz einfache Tipps vor, mit denen du deinen Konsum ab sofort reduzierst:

 

Go veggie!

Es ist wie es ist: den meisten CO2-Austoss verursachen tierische Lebensmittel. Weshalb die vegetarische, besser noch die vegane Ernährungsweise, einen guten Impact aufs Klima hat. Wenn du also zunächst Fleisch und Fisch weglässt, ist das großartig. Bitte lass dich nicht durch falsche Informationen verwirren. Soja, für Tofu-Produkte verwendet, ist nicht der Grund für die Rodung der Brasilianischen Regenwälder. Das in Brasilien angebaute Soja wird als billiges Tierfutter verwendet, für billiges Rindfleisch. Und trotzdem wird das Argument gern von Fleischessern hervorgebracht. Das für unsere Tofu-Produkte verwendete Soja kommt meist aus Österreich. Es gilt: am gesündesten für dich und den Planeten ist eine pflanzenbasierte Ernährung, saisonal und regional. Meine Lieblingsblogger für wunderbare Food-Inspiration sind:

 

Heavenlynnhealthy

Veganmom

Glücksgenuss

 

Low waste

Bitte kaufe so oft es geht unverpackt ein. Bioländen verkaufen überwiegend unverpacktes Obst und Gemüse sowie Nudeln, Reis und weitere Basics. Und auch Supermarktriesen wie Rewe ziehen nach, was ich persönlich wunderbar finde. Es gibt keinen Grund, die ausliegenden, dünnen Plastikbeutel zu nutzen. Behandele deinen Einkauf vorsichtig, dann benötigst du keine Umverpackung. Ausgespülte Marmeladengläser geben prima Ersatz für Plastikdosen ab und lassen sich auch als Vorratsgläser nutzen. Durch Corona werden leider weniger Brotbeutel, mitgebrachte Dosen oder widerverwendbare Kaffeebecher in Länden angenommen, doch sobald das wieder aufgehoben ist, setz bitte auf diese Produkte.

Credit: Ignazio / Unsplash

Neugierig sein – Alternativen probieren

Es gibt so schlau durchdachte, gute und oft sogar günstige Alternativen für unsere Alltagsprodukte. Beispielsweise der Rasierhobel. Ich gestehe, ich schneide mich öfter damit, allerdings liegt das weniger am Hobel sondern an meiner Ungeschicktheit. So oder so: der langlebige Hobel aus Holz mit Metallklinge ist die weit nachhaltigere Alternative zum Plastikrasierer. Ebenfalls im Bad finden sich die wiederverwendbaren Abschminkpads wieder, die, anders als die herkömmlichen Pads aus Baumwolle, nicht weggeworfen, sondern gewaschen werden. Ein weiteres Highlight ist die Periodenunterwäsche, die ich hier auch schon getestet habe. In der Küche gibt es bspw. wiederverwendbare Backfolie aus Glasfasern, sowie Küchenrollen aus Bambus. Halte die Augen offen, du wirst überrascht sein, wei viele Alternativen es im Unverpackt-Laden deines Vertrauens und sogar im Drogeriemarkt mittlerweile gibt.

 

Secondhand-Love

Wir brauchen eigentlich so viel weniger und so viel weniger neu, auch wenn der Gedanke für viele von uns merkwürdig erscheint, schliesslich gibt es eine Fashion-Season nach der anderen und ein neues Handy pro Jahr sollte es schon sein. Was ein Irrsinn!  Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist es, den Secondhand-Anbieter Kleiderkreisel zu durchforsten. Ich kaufe mittlerweile kaum neue Klamotten und setze vor allem auf die App. Pullover und Oberteile kaufe ich mittlerweile ausschließlich dort. Und verkaufe edort auch benso gerne, genauso wie ich regelmäßig meine asugelesenen Bücher über rebuy tausche gegen „neue“, gebrauchte Bücher. Selbst Möbel kannst du ganz wunderbar aus zweiter Hand erstehen, wir haben bei unserem letzten Umzug dabei auf ebay Kleinanzeigen gesetzt und haben wundervolle Stücke ergattert. Und selbst meine technischen Geräte kaufe ich gebraucht, ebenfalls bei rebuy. Dort bekomme ich die gebrauchten Produkte in 1A-Zustand mit einer 36-monatigen Garantie. Das ist mehr, als der eigentliche Hersteller mir gewährt!

 

Deine Stimme zählt!

Das allerwichtigste, was wir tun können, um unseren Planeten zu Schützen: eine starke Meinung haben und keine Scheu zu haben, diese zu vertreten. Mir persönlich ist es ein Rätsel, wie durchaus gebildete Menschen immer noch konventionelle Waren kaufen, zwei Autos besitzen, in den Urlaub fliegen, auf Fast Fashion setzen und keinerlei Anstrengungen unternehmen, daran etwas zu ändern. Sie leben auf Pump, immerzu. Hier müssen wir ansetzen, wir müssen in den Diskurs gehen. Immer und immer wieder. Das ist unbequem und mag zu Disharmonie führen aber wir haben keine Zeit. Unsere Gesellschaft muss sich grundlegend ändern, wir brauchen ein Umdenken im Bereich Konsum und auch, was unser Recht auf ein bequemes, konsumgesteuertes Leben angeht. Wir führen ein unheimlich reiches, erfülltes Leben, ein Recht darauf haben wir allerdings nicht.

 

Den eigenen CO2-Austoss kennen und auch einen Blick auf den eigenen Sklaven-Fußabdruck zu werfen hilft, die eigene Verantwortung zu sehen und ihr gerecht zu werden. Ihr habt weitere Ideen, den Konsum zu beschränken? Schreibt mir!

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Kommentare: 1
  • #1

    Ole (Samstag, 22 August 2020 22:07)

    Unterschreibe ich alles und lege noch nach: Es ist auch für unseren Kopf und unsere Psyche gut, wenn wir uns reduzieren. Und das kommt direkt uns persönlich zu Gute.