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Dermatitis natürlich behandeln

Credit: Jocelyn Morales / Unsplash

 

Irgendwann wandert der Blick immer auf die Hände. Bei manchen später, bei mir eher früher: „Darf es noch etwas sein“, fragt die Apothekerin und wendet nur schwer den Blick von meinen zerkratzen Fingern ab. Denn ich leide an einer hartnäckigen Dermatitis an den Händen.

 

In letzter Zeit ist sie so brachial aufgeflammt, dass ich kaum mehr zwischendurch glatte und gesund aussehende Haut bekomme. Nahezu dauerhaft „zieren“ rote Flecken meine Hände – verursacht durch gemein juckende Bläschen, die von jetzt auf gleich an den Fingern erscheinen und die ich, obwohl ich es natürlich besser wissen müsste, aufkratze. Ich neige im Allgemeinen zu Hautentzündungen und Dermatitis ist eben genau das: eine entzündete Dermis (mittlere Hautschicht). Mit Ausnahme von Kortison-Präparate gibt es leider keine Medikamente dagegen. Kortison mag ich aber zur Bekämpfung nicht nehmen, da ich es schon bei der Psoriasis einsetze. Es gibt allerdings auch ein paar alternative Wege, um die Dermatitis einigermaßen natürlich in den Griff zu bekommen. Ein paar davon stelle ich dir hier gerne vor.

 

Heilung von innen

Stress ist wohl leider der größte Trigger meiner Dermatitis. Ich habe oft beobachten können, wie sie in besonders hektischen Zeiten aufgeflammt ist. Dann versuche ich mich runter zu regeln, lege ein paar extra Pranayama-Übungen ein oder lese in Ruhe ein Buch. Stress und Ernährung bringen unser System bekanntermaßen gerne mal durcheinander. Eine ausgewogene Ernährung kann hier helfen. Ich habe allerdings auch schon Phasen mit viel zu viel Kaffee & Schokolade gehabt, ohne dass die Dermatitis sich gezeigt hat. Dennoch sollen bei einem akuten Schub unter anderem Kräutertees helfen können, die Giftstoffe schneller aus dem Körper transportieren. Als Beispiel dienen hier Brennnessel-, Schachthalmkraut- oder auch (äußerlich angewendet) Malventee, der, vorsichtig auf die Haut getupft und getrocknet, dank der enthaltenen Gerbstoffe Entzündungen aus der Haut ziehen kann.

 

Oldie but goldie: Auch die gute alte Heilerde kann helfen, Entzündungen zu lindern. Dazu wird einfach eine Paste angerührt, die auf die betroffenen Stellen aufgetragen wird. Ist das Pulver durchgetrocknet, kann es entfernt werden. Besser mit einem leicht feuchten Tuch nachwischen und nicht unter fließendem Wasser nachspülen, denn Wasser ist der natürliche Feind meiner Dermatitis. Sorgfältiges abtrocknen nach jedem Kontakt mit Wasser ist Pflicht.

 

Credit: Kelly Sikkema / Unsplash

 

Bewährtes aus der Küche

Kokosöl hat sich bei mir bewährt, wenn es um Entzündungen geht. Kokosöl soll antimikrobiell, entzündungshemmend und feuchtigkeitsspendend wirken und ich kann bei mir eine beruhigende Wirkung feststellen. Ich trage dazu reichlich Kokosöl auf die Haut auf und lasse es ganz in Ruhe einziehen. Das kann man entweder über Nacht mit Baumwollhandschuhen machen oder die Hände derweil auf ein Handtuch legen. Ich benötige danach allerdings noch eine extra dicke Schicht Handcreme, denn als so richtig feuchtigkeitsspendend empfinde ich das Öl nicht. Wir wenden das Kokosöl übrigens auch beim Hund an und sein Fell hat sich wirklich sichtbar gebessert, ist geschmeidiger und dicker geworden.

 

Apfelessig, das wir übrigens auch beim Hund erfolgreich für die Fellpflege anwenden, zeigt ebenfalls eine positive Wirkung bei der Handpflege. Im Gemisch 1:1 aufgetragen und eingewirkt, hilft es gegen Juckreiz, desinfiziert und soll die Hautbarriere stärken. Apfelessig ist ein kleiner Alleskönner, besticht durch den hohen Gehalt an Mineralien und wird deshalb äußerlich wie innerlich eingesetzt. Ein Glass Wasser mit zwei Esslöffeln des Wundermittels helfen, auch innerlich gegen Entzündungen vorzugehen.

 

Besonders gut hilft Licht. Als Psoriasis-Patientin habe ich einen UV-Lichtkamm, der auch bei der Dermatitis seinen Einsatz findet. Ich beleuchte die Handinnen- und Außenflächen jeweils 20 Sekunden lang. Das UV-Licht hilft dabei, dass bestimmte Botenstoffe gebildet und freigesetzt werden. Diese wirken, vereinfacht gesagt, entzündungshemmend. Auch die betroffene Haut in die Sonne zu halten ist eine gute Idee. Ausnahmsweise dann ohne Sonnenschutz und nicht länger als 20 Minuten, um keine Schäden zu verursachen.

 

Schüssler Salze stehen wie homöopathische Globulis immer wieder hart in der Kritik. Mir ist das insofern egal, als dass ich schon einige Male mit beiden Mitteln nachweislich Erfolge erzielt habe und einige Male eben nicht. Wenn es klappt, ist es mir total egal, ob es der teure Placeboeffekt ist oder ein bestimmter Wirkstoff. Hauptsache, es geht mir besser! Und in meinem Dermatitis-Fall helfen die Schüssler Salben 1 und 11 besonders gut bei der Hautproblematik. Zwar ist die Basis dieser Salbe leider Vaseline, die wiederum nichts anderes als Erdöl ist, aber was hilft, das hilft nun mal. Das Schüssler Salz Nr. 1 Calcium fluoratum (Calciumfluorid) ist das Mineralsalz für die Elastizität der Haut und des Bindegewebes, für die Knochen und Gelenke und für die Gefäße. Das Schüssler Salz Nr. 11 Silicea (Kieselsäure) ist das Mineralsalz für das Bindegewebe, die Haut, Haare und Nägel im menschlichen Körper. Zusammen angewendet wird mein Hautbild erheblich verbessert. Ich nutze die Salben großzügig als Handcreme und trage sie tatsächlich ziemlich oft auf.

 

Meine Dermatitis – ungeschönt. 

 

Demnächst blogge ich übrigens an dieser Stelle über das Buch „Du darfst auf meine Haut“ von Barbara Hoflacher. Barbara ist eine bekannte Heilpflanzenspezialistin und hat in ihrem Buch lauter natürliche, selbst hergestellte feine Salben und Cremes vorgestellt – auch für Problem- und entzündete Haut. Daraus stelle ich dann relevante Tipps für diesen Hauttyp vor.

 

Ich habe aufgrund der fleckigen, kaputten Haut meine Hände lange versteckt und mir zum Beispiel nicht die Nägel lackiert, um die Blicke nicht zusätzlich darauf zu lenken. Das mache ich jetzt nicht mehr. Ich mag Nagellack und ich trage mittlerweile was ich möchte. Die irritierten Blicke lasse ich links liegen. Denn wen juckt das schon?

 

 

 

Wichtig: Ich verfüge über keine medizinische Ausbildung. Diese Tipps stellen lediglich Anregungen dar. Bitte konsultiere immer eine/n Dermatolog*In!

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Kommentare: 1
  • #1

    Ulrike (Freitag, 09 April 2021 22:27)

    Danke für die guten Tipps - Apfelessig werde ich direkt mal ausprobieren!