Nachhaltige Geschenke zu Weihnachten: Spenden

Eine Person hält ein Herzs aus einer Lichterkette gemacht in der Hand

Liebe schenken! Credit: Elias Maurer / Unsplash

Ich wäre eventuell eine ganz gute Weihnachts-Elfen-Fundraiserin, denn ich habe schon als junges Kind (besonders an Weihnachten) gerne Spenden gesammelt und mich für irgendwelche Projekte eingesetzt. Von daher kann man mir mit Spenden für soziale Zwecke auch zu Weihnachten eine ziemlich große Freude machen. Klar, ich bekomme auch gerne Geschenke für mich selber, aber ich habe alles, was ich brauche und noch viel mehr. Ich lebe unheimlich privilegiert und finde deshalb, es ist mehr als eine moralische Pflicht, anderen abzugeben. Zu Weihnachten gibt’s überall große Aktionen im TV oder in reichweitenstarken Medien und das ist klasse, sitzt das Geld doch jetzt auch recht locker dafür. Allein, es sind oft die gleichen Themen, für die gesammelt wird: (Krebs-)kranke Kinder, Deutsche Krebshilfe, Ein Herz für Kinder.

Allesamt super wichtige Themen, keine Frage. Aber es gibt auch noch andere Themen, die ich für mindestens genauso wichtig halte. Themen, die nicht beim Galadinner besprochen werden möchten. Themen, die noch weiter unter die Gürtellinie gehen. Kinderprostitution an der Deutsch-Tschechischen Grenze beispielsweise. Glaubst du nicht? Glaub es (mehr Infos untenstehend). Oder die bitterliche Vereinsamung alter Menschen, mitten unter uns. Und auch: geflüchtete Menschen, die besonders jetzt im Winter unter unmenschlichen Zuständen leben müssen, weil es für sie weder vor noch zurückgeht, weil Nationen über ihr Schicksal entscheiden und deren politische Interessen wichtiger sind.

Weshalb ich euch an dieser Stelle Projekte ans Herz lege, an die ihr spenden könnt, im Namen eines eurer Lieben. Na klar ist das nur eine Inspiration. Ihr findet auf Deutschlands größter Onlineplattform betterplace.org (geprüft, transparent, vielfältig) Projekte zu jedem erdenklichen Thema. Aber los geht’s erstmal mit meinen Lieblings-Projekten:


KARO e.V. – Hilfe für Menschen, die von Zwangsprostitution und sexueller Gewalt betroffen sind

Auf brigitte.de hatte ich vor einigen Jahren von der Arbeit des Vereins KARO gelesen – und mir hat es den Magen umgedreht. Denn KARO ist ein Projekt, dass sich seit 1994 gegen Zwangsprostitution, Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung von Kindern engagiert. 13-jährige Mädchen, die sich an der Straße verkaufen müssen, an Autofahrer, die das Angebot nur allzu gerne annehmen – besonders bei schwangeren Mädchen. Ziel des Vereins ist es, Kindern, Jugendlichen und Frauen, die physische, psychische und/oder sexuelle Gewalt erfahren haben, Schutz und Hilfe anzubieten. Der Verein hat dafür zum Beispiel Streetworker*innen, die mehrmals wöchentlich unterwegs sind. Eine Suppenküche versorgt einmal monatlich Menschen am Rande der Gesellschaft in tschechischen Kleinstädten. Ein Schutzhaus mit integriertem Therapiebereich, sowie eine Babyklappe werden ebenfalls betrieben – auf Spendenbasis basiert!


Wo niemand hinschaut: Nothilfe für Geflüchtete

Viele von uns haben nur eine vage Vorstellung davon, unter welch menschenunwürdigen Bedingungen geflüchtete Menschen in Lagern wie Kara Tepe auf Lesbos, Vial auf Chios oder Lipa in Bosnien ausharren müssen. Gegenwärtig organisiert die Nothilfe Transporte an die Polnisch-Belarussische Grenze. Nach Jahren der Flucht stehen für Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten oftmals nicht einmal richtige Zelte zur Verfügung, die Versorgung ist unzumutbar und die hygienischen Bedingungen katastrophal. Doch obwohl die Lager extrem überfüllt sind, finden nicht alle Menschen auf der Flucht darin Platz und viele müssen ohne jede Unterstützung in verlassenen Häusern, im Wald oder auf der Straße "leben". 
Der Verein macht sich stark: Sie schicken Kleidung, Lebensmittel, Zelte, Hygieneartikel, Windeln und vieles mehr zu Menschen auf der Flucht in Griechenland (u.a. Athen, Lesbos, Patras), Bosnien, Frankreich und Polen. Neben der bedarfsgerechten Nothilfe setzen sie sich auch politisch für Menschen auf der Flucht ein. Sie berichten von deren unerträglichen Lebenszuständen, sprechen auf Demos und diskutieren mit Politiker*innen.


Ein Mann ohne Obdach sitzt auf einem U-Bahn-Steig und hält ein Schild hoch, auf dem steht: Seeking Human Kindness

Matt Collamer I Unsplash

Kältehilfe für Obdachlose – Etwas Wärme abgeben

Trotz steigender Heiz- und Stromkosten haben wir es mollig warm, auch wenn wir das Thermostat ggf. ein paar Grad herunterdrehen, um die Kosten zu drosseln – uns geht es gut. Nicht so den Zehntausenden Menschen, die in Deutschland obdachlos auf der Straße und am Rande der Gesellschaft leben – die Corona-Pandemie hat diese Lage nur noch verschärft. Einfach zu Hause bleiben, um sich selbst zu schützen, ist keine Option, wenn man kein Zuhause hat. Jetzt, in der kältesten Zeit des Jahres, legt die Kältehilfe los. Lokale Organisationen engagieren sich direkt vor Ort: mit warmer Unterwäsche, warmen Mahlzeiten oder Kältebussen, die Menschen in warme Notunterkünfte bringen. Mit nur 5 € kann eine warme Mahlzeit, und mit 10 € zwei warme Mützen finanziert werden. Für 20 € bekommt ein Obdachloser einen winterfesten Schlafsack und durch 100 € sichert man einem Obdachlosen fünf warme Nächte in einer Notunterkunft.


Weitere Vereine, die mir schwer am Herzen liegen und für die auch schon hier und da ehrenamtlich gearbeitet habe:

Dunkelziffer e.V.
Jedes Jahr werden nach Schätzung von Experten in Deutschland bis zu 200.000 Kinder im Alter von unter 1 bis 14 Jahren Opfer sexueller Gewalt. Sexueller Missbrauch führt zu schweren seelischen Schäden. Hier setzt der Verein mit Therapieangeboten an. Aber auch für Aufklärungsarbeit und Prävention in Kitas und Schulen, sowie bei Behörden im Rahmen von Bekämpfung von Kinder- und Jugendpornografie im Internet setzt sich der 1993 gegründeten Verein unermüdlich und beharrlich ein.

Freunde alter Menschen e.V.
Alte Freunde sind die Besten – so in etwa lautet kurz zusammengefasst die Arbeit von „Freunde alter Menschen e.V.“. Gerade in trubeligen Großstädten geht die schleichende Vereinsamung hochbetagter Menschen, die noch in ihren eigenen vier Wänden wohnen, unbemerkt vonstatten. Der Verein setzt hier mit Besuchspartnerschaften an: Ein/e junge/r Freiwillige/r besucht regelmäßig einen alten Menschen. Im Idealfall entwickelt sich eine echte Freundschaft, die bis zum Lebensende des alten Menschen andauert. Regelmäßig werden Veranstaltungen und Ausflüge für einsame alte Menschen organisiert und durch Vermittlung von Dienstleistern, Initiativen und Vereinen im direkten Wohnumfeld, wird geholfen, den Alltag zu meistern.


Ein wirklich gutes Geschenk ist auch eine Spende an einen gesellschaftspolitischen Verein, die heute wichtiger sind als je zuvor:

CORRECTIV ist das erste spendenfinanzierte Recherchezentrum in Deutschland. Als vielfach ausgezeichnetes Medium steht CORRECTIV für investigativen Journalismus. Mit unabhängigen Recherchen schaffen sie das informative Fundament für Debatten und Meinungsbildung.

Das Zentrum für Politische Schönheit bezeichnet sich als der radikale Flügel des Humanismus. Die Mitglieder sehen ihren Verein als Denkfabrik und gestalten kreative Aktionskunst, immer mit dem Ziel, eindringlich auf humanitäre Themen aufmerksam zu machen, zuweilen mit heftigen Aktionen. Ihr letzter Coup zur Bundestagswahl war der fiktive „Flyerservice Hahn“, mit dessen Hilfe sie es schafften, der AFD vorzuspielen, ihren Auftrag von 5 Millionen Flyern entgegen zu nehmen und diese zu verteilen. Stattdessen sammelten sie die Flyer, um sie zur Mülldeponie zu bringen und zu vernichten.

EXIT Deutschland bietet Personen, die sich bisher der rechtsextremen Szene zugehörig fühlten, Hilfe beim oft problematischen Ausstieg. Wenn Familie, Freund*innen oder Kolleg*innen ebenfalls in dem Milieu zu Hause sind, ist es schwer bis fast unmöglich, sich alleine zu lösen. Hier setzt der Verein an. Mit langjähriger Erfahrung in der Auseinandersetzung mit dem militanten Extremismus helfen sie mit Gesprächen, konkreter Hilfestellung, Schutz vor Übergriffen und Wieder-Integration in die Zivilgesellschaft.

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YEAH, Party! Nachhaltige Weihnachten und Silvester feiern – Ohne Verzicht

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Nachhaltige Geschenke zu Weihnachten: Für Hunde, Katzen und Pferde