Das geht auf keine Kuhhaut – Pflanzliche Leder als ethische und schöne Alternative zum Tier!

Eine Frau sitzt zwischen zwei Säulen, die Füße hoch an der Wand. Sie trägt High Heels von Bikkou aus Pflanzenleder.

Credit: PR I Bikkou

Ich erinnere mich noch daran, wie ich als 12-jährige Kaugummi in Pelze geklebt habe. Im Kaufhaus, als Protest gegen die brutale Ausbeutung, Haltung und Tötung von Pelztieren. Leder fand ich auch abstoßend. Allerdings leider nur, bis mein inneres Fashion-Victim im Teenie-Zeitalter erwachte und ich religiously alle Stiefelkollektionen von Buffalo aufkaufte. Leder natürlich. Seit meinen 30ern tat ich mich dann wieder schwer mit Leder, bekam von meiner besten Freundin zum Geburtstag auch meine erste Matt & Nat-Tasche. Die waren damals Pioniere im Bereich Fair Fashion und veganer Taschen.

 

Kunstleder war eben auch so ein Ding. Früher stanken diese Produkte aus Erdöl widerlich, die Haut schwitzte, das Ganze war einfach Sondermüll. Nicht gut für meine Gesundheit, nicht gut für die Gesundheit des Planeten. Aber seit einiger Zeit gibt es nun die Alternative für Leder: pflanzliche Lederalternativen. Schön, ethisch und nachhaltig! Doch leider setzen noch nicht alle Fair Fashion Brands auf pflanzliches Leder. Ich stelle auf dem Blog auch immer noch Brands vor, die Lederprodukte anbieten, einfach, weil mein innere Fashion Victim immer noch da ist. Sézane ist so eine Brand. Oder die Schuhe von Bobbies. Die Produkte sind ungünstigerweise einfach so, so wunderschön. Und ich fechte jedes Mal innere Kämpfe aus. Soll ich das Produkt vorstellen? Manchmal ja, manchmal nein. Ich kaufe zumindest kein neues Leder mehr, und wenn, dann nur Secondhand. Bedauerlicherweise ist das wie bei Pelzen auch nicht wirklich korrekt. Nur boykottieren hilft!

Deshalb werde ich mich fortan mehr den pflanzlichen Leder-Hersteller*innen zuwenden. Denn zur Erinnerung:

Für Leder werden jährlich Milliarden Tiere getötet. Um an die Häute zu kommen, erleiden die betroffenen Tiere oftmals alle Grausamkeiten der Tierhaltung: In überfüllten Ställen, Buchten oder Käfigen wird ihnen jegliches natürliche Verhalten verwehrt. Unter schlimmsten Bedingungen müssen Kühe, Ziegen, Krokodile, Schlangen und andere Lebewesen dahinvegetieren. Anschließend folgen der qualvolle Transport und die Tötung. Quelle: PeTA.

 
Ein Model trägt das Ensemble YVE von der Fair Fashion Designerin Anne Schollenberger. Die Produkte sind aus Olivenleder.

Credit: PR I Anne Schollenberger

 

Das so viel bessere Leder: Pflanzliches Leder von A bis Z

Dass es mittlerweile so viele pflanzliche Alternativen zu Tierleder gibt, war auch mir nicht bewusst! Die Recherche hat mich jubilieren lassen, ich habe so viele coole Sachen gefunden. Wie gut klingt denn auch bitte „Weinleder“? Lasst uns mal in ein wenig deep diven: Wie werden diese natürlichen Fasern zu Leder und was passiert bei der Gewinnung der Fasern? Stell dir das so vor: Du hast einen Slow-Juicer und gönnst dir einen schönen Saft. Der dabei gewonnene Abfall, Trester genannt, wandert aber nicht in die Biotonne, sondern wird zu einer Klamotte weiterverarbeitet. Ist das nicht großartig? Grob gesagt werden die Nebenprodukte in der jeweiligen verarbeitenden Obst- oder Gemüseindustrie zunächst getrocknet und pulverisiert. Anschließen wird das Ergebnis mit Polyurethan vermischt, denn das sorgt für die nötige Stabilität beim Endprodukt, und dann auf einen textilen Träger wie Baumwolle oder Tencel aufgetragen. Pilzleder ist übrigens ganz besonders umweltfreundlich. Das Wurzelwerk der Pilze, Myzel, kann Bioabfälle als Nahrung verwerten (z. B. Maisreste oder Sägespäne) und benötigt nur wenig Energie und Wasser zur Herstellung. Ganz ehrlich, die Natur haut mich immer wieder um. Pilzleder gilt auch als besonders atmungsaktiv und feuchtigkeitsregulierend.

Diese anderen pflanzenbasiertem Leder gibt es derzeit in der Modeindustrie:

- Ananasleder

- Apfelleder

- Kaktusleder

- Maisleder

- Weinleder

- Olivenleder

- Orangenleder

- Pilzleder.

 

Die Lederherstellung und -verwendung ist umstritten, weil Tiere gehalten bzw. getötet werden müssen und das Gerben sowohl die Gesundheit von Menschen als auch die Umwelt belastet. Die Lederindustrie könnte dasselbe Schicksal ereilen wie die Pelzindustrie und den gleichen Auftrieb erhalten wie die Lebensmittelindustrie mit ihren Fleischimitaten aus Pflanzen oder aus dem Labor (In-vitro-Fleisch). Die Umweltethik untersucht zusammen mit der Tierethik die moralischen Implikationen von Tierhaltung, -tötung und -häutung, zusammen mit der Wirtschaftsethik die von Lederproduktion und -vertrieb. Quelle: Gabler Wirtschaftslexikon

 
 
Ein Model trägt einen weißen Mantel und eine faire Tote Bag aus Orangenleder der Marke Miomojo

Credit: PR I Miomojo

 

Fair Fashion Brands die mit pflanzlichem Leder arbeiten

Erfreulich: Es gibt richtig viele Brands, die auf pflanzliches Leder setzen. Das hier sind nur einige Vorschläge. Brands, bei denen du Sneakers, Stilettos und Sandalen aus veganem, pflanzlichem Leder findest. Wo es Taschen, von der Laptop-Tasche bis zur Tote Bag gibt, Gürtel, Jacken, Leggings, Kleider – kurzum alles, was du aus einem Lederwarengeschäft kennst und als ethisch lebender Mensch vielleicht vermisst. Du musst gar nichts vermissen. Nicht die hohen Qualitätsstandards, nicht die zeitlosen oder super angesagten Teile und erst recht nicht den Geruch. Der gab mir zumindest schon immer extrem den „ick“. Also mach dich auf und suche deine neuen It-Pieces:

Agazi – Anne Schollenberger – Ashoka Paris – Bikkou – Bohema – Canussa – Ecoalf – Flamingos Life – Genesis Footwear – Lotta Ludwigson – Mercer – Miomojo – Moea – NAE – Paul Eys – Prev – Rarámuri – The Rice Society – Trashious – Virón – ZÈTA …

Meine Go-to-Shops für Mode sind Shop like you give a damn und der Avocadostore. Kleine Inspiration gefällig? Gerne!

 
Eine Collage zeigt Fair Fashion Mode mit Prdukten aus pflanzlichem Leder, wie eine Tasche, Ballerina, Slipper, eine Jacke

Credit: PR

 

Fair Fashion Items aus Pflanzenleder 🍊

Großartige Idee: Bei der Fair-Fashion-Luxusdesignerin Anne Schollenberger kannst du direkt ein ganzes Ensemble an edlen Stücken ergattern. Yve in Schwarz beinhaltet dann Bag, Boots und das Cap, siehe weiter oben im Post. Hier siehst du die Bag Yve noch mal als Einzelgast. Extrem stylisch, sehr unique und das in Olivenleder. 🍸

Prev hat alles, was du an Lederwaren möchtest. Edle Schreibetuis, außergewöhnliches Schuhwerk sowie Gürtel, Taschen, Kartenhalter und Notizbücher. Und diese Lederjacke. Aus Olivenabfällen. Abfälle, die bei der Olivenöl-Herstellung in der Türkei entstehen. Kann man’s glauben? 🫒

NAE Vegan Shoes stellt, klar, vegane Schuhe her. Von Sneakers, Stiefeln und Ballerinas bis zu Sandalen, schweren Boots und Schnürschuhen. Und: sogar Schuhe aus Kork. Crazy. Die oben zu bestaunenden Ballerinas in Beige-Schwarz sind aus nachhaltigem Apfelleder. Sie wurden fair in Portugal hergestellt. 🍏

Ja, okay. Verliebt. Eigentlich gar nicht mein persönlicher Stil, aber wie cool sind bitte diese fair hergestellten Slings aus biobasiertem Polymer aus gentechnikfreiem Getreide (nicht für Lebensmittel bestimmt). I can’t! 🌾 Alle, einfach alle Produkte der Schweizer Brand Bikkou sind wunderschön und in extrem hoher Qualität gefertigt.

Klaro, auch die leckere Ananas darf nicht fehlen im Post. Zumal ich diese Sneakers von MoEa so toll finde. Weihnachtsmann, liest du mit? Sneaker Rush Rosa & Gelbe Ananas wird besonders nachhaltig im Vergleich mit Tierhaut hergestellt: Eine von der zertifizierten Agentur FairlyMade durchgeführte Studie zeigt, dass bei der Herstellung von PineappleSkin 1,67 kg C02 pro m² ausgestoßen werden, im Vergleich zu 61 kg C02 pro m² bei Tierleder. 🍍

Eine richtig schöne Tote Bag, in Orange – aus Orangen? Say what? Fast unvorstellbar, aber die in Italien – seufz –hergestellte Tasche stammt tatsächlich aus einem Material der neuen Generation auf Orangenbasis, das aus Nebenprodukten der Zitrusfrüchte-Industrie gewonnen wird. Das Futter der Alima Deluxe ist aus recyceltem Stoff. 🍊

Du magst Lederkleider? Dann check mal bitte die Klamotten von Lotta Ludwigen aus. Kleid Runa besteht aus Mirum Pflanzenleder. Mirum besteht aus unterschiedlichen Komponenten wie Kautschuk, pflanzlichen Ölen und Wachsen, Pigmenten und Mineralien. Das Kleid wird in Deutschland hergestellt, alle anderen Materialien sind ebenfalls nachhaltig. 🌱

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