Yoga People München: mit Sabine Krieger von PositiveAgingYoga

Die Yoga-Lehrerin Sabine Krieger übt im Englischen Garten die Yogapose Warrior
 

Sabine verfolge ich schon seit längerer Zeit, denn ich beschäftige mich viel mit dem Thema gesund älter werden. Und Sabine ist auf diesem Gebiet Expertin – und das nicht erst, seitdem das Thema Longevity groß in Mode kam. Zudem ist sie mir grundsympathisch, denn wir vertreten die gleichen, grünen Werte. Sabine legt ihren Fokus auf einen positiven, gelasseneren Umgang mit dem Thema älterwerden in ihren Klassen und Büchern. Sie selbst beschreibt ihr Konzept von “PositiveAgingYoga” so:

Positive stellt die Verbindung her zur Positiven Psychologie. Diese beschäftigt sich mit den Grundlagen eines „guten Lebens“. Yoga basiert in diesem Konzept auf den Lehren des Yogasutra von Patanjali. Aging verbindet die Elemente der Positiven Psychologie mit einem positiven Prozess des Älterwerdens, dem Positive Aging.


Liebe Sabine, erzähle uns doch kurz, wie du zum Yoga kamst

Ich bin erst relativ spät zum Yoga gekommen. 2008, im Alter von 50 Jahren, musste ich mich einer Bandscheibenoperation unterziehen und brauchte lange, um mich davon zu erholen. Eine Bekannte empfahl mir ein neu eröffnetes Yogastudio in meiner Nähe, in dem Vinyasa Yoga im Jivamukti-Stil angeboten wurde.

Das war genau der richtige Einstieg für mich. Da ich zuvor sehr viel Sport gemacht hatte, fand ich den Zugang zum Yoga zunächst vor allem über die Bewegung. Mit der Zeit entdeckte ich jedoch auch meine Begeisterung für Pranayama, Meditation und die yogische Philosophie. Je tiefer ich in die Praxis eintauchte, desto stärker wuchs der Wunsch, dieses Wissen weiterzugeben. So entschied ich mich schließlich, 2014 die Ausbildung zur Yogalehrerin zu absolvieren.

 
Die Yoga-Lehrerin Sabine Krieger im Meditationssitz ist hier zu sehen
 

Was erwartet Menschen, wenn sie sich für dein Yoga-Angebot interessieren?

In meinem Positive Aging Yoga geht es darum, anzunehmen, was ist. Statt die Veränderungen des Älterwerdens zu beklagen, lernen wir, sie zu akzeptieren und den Blick auf das zu richten, was uns guttut. Im Mittelpunkt stehen die Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen, und das bewusste Kultivieren positiver Emotionen.
 Mit Gelassenheit und Achtsamkeit nimmst du wahr, wie es dir im jeweiligen Moment geht. Auf dieser Grundlage passt du deine Asanapraxis individuell an deine Bedürfnisse an. Embodiment sowie Übungen aus dem Focusing unterstützen diesen Prozess und helfen dabei, die Verbindung zu dir selbst zu vertiefen.

 
Die Yoga-Lehrerin Sabine Krieger im Kopfstand auf einer Matte im Park ist hier zu sehen
 

Wo gehst du selbst gerne zum Yoga, falls du auch mal woanders hingehst?

Um mich selbst weiterzuentwickeln und inspirieren zu lassen, besuche ich regelmäßig Yogastunden und Fortbildungen. In München praktiziere ich immer wieder im Patrick-Broome-Studio oder im Salon de Shakti. Am Chiemsee nehme ich im Yogastudio Lovelysita in Prien gerne an Stunden bei Bitta Boerger sowie an Wochenendfortbildungen teil.
Besonders bereichernd sind für mich auch Retreats. Diese besuche ich unter anderem bei Bärbel Miessner (Yogamour) und zuletzt bei Annette Söhnlein.

 
Yogalehrerin Sabine Krieger ist hier im Englischen Garten in München zu sehen. Sie lehnt lächelnd an einer Säule.
 

Welche Yoga-Trends haben dich zuletzt begeistert – oder genervt?

Im vergangenen Jahr hat mich besonders der Anusara-Yogastil begeistert – vor allem das präzise Alignment und die stimmige thematische Ausrichtung der Stunden. Deshalb habe ich im Herbst ein Bridge-Programm absolviert und lasse die Prinzipien des Anusara Yoga seitdem immer stärker in meinen eigenen Unterricht einfließen.
 Ich beobachte mit Skepsis, dass der Longevity-Trend inzwischen auch im Yoga angekommen ist. Sich gesund und beweglich zu halten, ist wichtig und gehört selbstverständlich zur Yogapraxis. Oft geht es dabei jedoch eher um Selbstoptimierung, als um den achtsamen Umgang mit den Veränderungen des Älterwerdens. Für mich bedeutet Yoga, diese Veränderungen anzunehmen, gut für sich zu sorgen und dem eigenen Körper mit Wertschätzung und Gelassenheit zu begegnen.

 
 

Deine Stadttipps – nicht nur für Yogi*nis

Für ältere Yogapraktizierende ab 50 kann ich in München die Patrick Broome Studios empfehlen. Neben vielen jungen, fühlen sich auch fitte ältere Yogis dort gut aufgehoben. Wie so oft hängt das Erlebnis natürlich auch von der jeweiligen Lehrerin oder dem jeweiligen Lehrer ab.
Wenn ich in der Innenstadt bin, kehre ich anschließend gerne im Café Glockenspiel ein – mit Blick über den Marienplatz oder, je nach Platz, auf den Alten Peter.

 
Die Yogalehrerin Sabine Krieger übt die yogische Asana Adlerarme
 

Wie gehst du – privat wie beruflich – mit dem Thema der kulturellen Aneignung und Yoga um?

Ich finde es wichtig, die Wurzeln und die Philosophie des Yoga zu respektieren und in den Unterricht einfließen zu lassen – nicht esoterisch, sondern alltagsnah und verständlich. Gleichzeitig darf Yoga sich weiterentwickeln und wissenschaftliche Erkenntnisse, etwa aus der Gesundheits- und Longevity-Forschung, integrieren. Für mich ist entscheidend, Yoga nicht auf Wellness oder reine Körperübungen zu reduzieren.


Sabines Angebot findet ihr auf ihrer Webpage: positive-aging-yoga.de.

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