I love you – by Pamela Anderson I Und: I love you, Pamela Anderson!
Ja, liebe Pamela Anderson. Das hätte ich jetzt auch nicht gedacht, als ich 1996 im Kölner Kino saß und du in deiner Rolle als „Barb Wire“ über die Leinwand flimmertest. 30 Jahre später rezensiere ich dein Kochbuch. Du, einst Badeanzug-Ikone, Playboy-Bunny, Ehefrau diverser Rockstars, Clubbesitzerin, Model, ungewollte Porno-Queen – eine Kochbuchautorin? Und dann auch noch vegan, mit Gemüse und Kräutern aus dem eigenen Garten, möglichst biologisch gezogen und mit Liebe geerntet, vorbereitet, zubereitet, serviert? einst
Ja! Denn du bist auch: Tierrechtsaktivistin, politische Aktivistin, Schauspielerin, Model, Mutter, Speakerin, Buchautorin. Und Köchin, oh, was für eine gute Köchin du bist.
Und nun sitze ich hier und blättere mit Freude durch dein erstes Kochbuch „I love you – by Pamela Anderson“. Gewidmet hast du dieses Buch deinen Söhnen, Brandon und Dylan. Ihre Lieblingsrezepte sind es, die du eins nach dem anderen für sie aufgeschrieben hast. Und dann die gesammelte Sammlung auch uns schenkst, in gedruckter Form, mit schönen Zitaten und natürlich wahnsinnig ästhetischen Fotos. Deine Herzensrezepte sind nicht immer unbedingt gesund. Aber geschmackvoll und geschmacksintensiv. Von Superfood Cookies zur Vollkorn-Focaccia; vom sommerlichen Wassermelonen-Granata zu herbstlichen, erdenden Gemüse-Pies – in elf Kapiteln und 80 Rezepten nimmst du uns mit in die Welt der Pamela Anderson. Natürlich der von heute.
Veganismus und Cottagecore – who would have thought?
Pamela Anderson ist Tierrechtsaktivistin und langjährige PeTA-Botschafterin. Und als solche i(s)st sie als Veganerin unterwegs. Das sie heute zu einer versierten Bio-Gärtnerin wurde, die auf einem wunderschönen Familienanwesen in Kanada ihr eigenes Gemüse und Obst zieht und diese gemeinsam mit den selbst angebauten Kräutern pflegt, erntet und verarbeitet, wer hätte es gedacht. Cottagecore alá Pamela Anderson! Ganz wundervoll finde ich die Widmung auf der ersten Seite des Buches. Sie dankt noch vor allen anderen den First Nations, auf deren Land sie lebt. Das zeigt Demut udn das begeistert mich.
Ganz allgemein fasziniert mich der Aktivismus dieser Frau. Sie engagiert sich stark im Tierschutz, politisch, gesellschaftlich, für Umweltschutz. Und als Mutter. Schon in ihrer Autobiografie beschrieb sie sich als geborene Mutter und setzte ihre Söhne ganz klar in den Fokus ihres Lebens. Und nun eben die Lieblingsrezepte für die beiden. Die Kapitel unterteilt sie für uns in Frühstück, Snacks, Nachmittagstee, leichtes Essen und nährendes Comfort-Food. Für mich ist wie so oft der Teil mit den süßen Kreationen der spannendste. Und ich werde nicht enttäuscht. Mich lacht das Steinobst-Clafoutis mit saftigen Kirschen und Seidentofu so an! Ich kann die Saison nicht abwarten. Ich backe gerne mit Seidentofu und auch sonst kommen meine Geschmacksknospen hier wohl auf meine Kosten. Auch das Cookie-Sandwich mit Cashew-Eis lockt mich. Sommer, here I am! Genial finde ich auch den Green-Goddess-Salat im Glas mit knusprigen Kichererbsen. Der macht Lust auf einen Grillabend unter Freund*innen.
Buntes Gemüse und saftige Beilagen
Die reiche Bebilderung macht Lust auf Gemüsebeet – zu gerne würde mich mir von Pamela Tipps gegen Schnecken geben lassen, doch die Frage bleibt wahrscheinlich ungehört. Ihre Gemüseernte ist jedenfalls phänomenal. Der Regenbogen schillert um die Wette: Knackig grüne Bohnen und Romanesco treffen auf knackige bunte Möhren, prachtvolle Zucchiniblüten in wunderschönem gelb wetteifern mit frischen, verlockenden Radieschen. Und dazu passend gibt es einen wundervollen Dip: Hummus mit knusprigen Kichererbsen und als Topping: Kürbiskerne, mit Gewürzen und Spirulina! Gesund sind die Rezepte nicht zwangsläufig. Anderson arbeitet mit Weizenmehl, weiß, nutzt viel Fett und spart auch nicht am Zucker. Aber die Rezepte können abgewandelt werden, einiges kann auch glutenfrei gekocht, Fett und Zucker reduziert werden. Oder aber: indulge! Sich einfach dem Genuss hingeben, in den Aromen schwelgen, bei einer Tasse „Blütentee-Mischung“ herzhaft und ohne schlechte Gewissen in einen Zitronen-Dinkel-Scone beißen.
Zum Schluss: Zwei Beauty-Rezepte von Pamela
Ich habe so ein Glück, hier wachsen überall Hagebutten, die ich pflücken kann. Das werde ich in diesem Jahr auch machen und mir daraus Pams Hagbuttenöl zubereiten. Ich liebe es, Naturkosmetik selber zuzubereiten.
Mein Fazit: I love you, Pamela Anderson
Das Buch steckt voller Liebe. Die bezaubernde la Anderson stehen Gummistiefel und Schürze im Garten exakt so gut, wie ein Seidenkleid von Mugler auf jedwedem roten Teppich. Das weiß sie auch, diese Grandezza setzt sie gekonnt ein, auch im verträumten Looks des Kochbuchs. Aber das darf sie auch, hat sie sich hart erarbeitet. Dass Pamela Anderson sich zu einer Quiet-Luxury-Stilikone wandelt, das hätte niemand auf dem Los Angeles Sunset Strip von 1995 gedacht. Und das sie sich zu einer wunderbaren Köchin entwickelt, die ihre wohlschmeckenden, veganen und wertschätzenden angebauten Zutaten gekonnt einsetzt – erst recht nicht.
🐶 Aber eine kritische Anmerkung muss sein!
Anderson meint es sicherlich gut. Auch mein Hund bekommt keine ultra-verarbeiteten Snacks. Selbst zubereitet ist natürlich super! Aber man muss wirklich Acht geben. „CBD-Beerenbällchen“ und „Zuzus Apfel-Nuss-Kekse“ bitte nicht einfach so an Hunde verfüttern. Lieber nur in Rücksprache mit den Tierärzt*innen. Oder: den Zimt gleich ganz weglassen und nur ganz geringe Mengen verwenden. Gerade bei Tieren mit Leberschäden einfach ganz weglassen. Nussbutter (frei von jeglichen Zusätzen) sollte ebenso nur in klitzekleinen Mengen und nur bei Gesundheit verfüttert werden. Ehrlich gesagt bereite ich beide Rezepte aber zu. Für mich!
Alle Infos zum Buch
I love you! — Pamela Anderson, Birgit van der Avoort
288 Seiten
ca. 120 Abbildungen
Hardcover
ISBN 978-3-95961-983-7
Christian Verlag
Wenn du Lust auf mehr gutes Essen hast, und dir meine Erfahrungen aus zehn Jahren Clean Eating nicht entgehen lassen willst, hier findest du meinen ausführlichen Blogpost dazu! 🍎🥦🍵